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Bericht von der Intermot vom 02.10. – 07.10.2012

 

Autor: Harald Weiss

Teilnehmer:

Rainer Engels
Hajo Henckert
Marlies & Werner Kessel
Detlev Kröger und Anja Jansen
Peter Lahr
Joe Mosler
Jürgen Petri
Klaus & Andrea Raaf
Lucia & Carroll Randall
Pedro Schröder
Bernd Sontag
Harald Weiss

Wahrscheinlich hat jeder von uns schon mal eine Messe besucht, jedoch in erster Linie als Besucher. Für viele sollten diese sechs Tage Intermot 2012 in Köln eine neue Erfahrung bringen.

Die Situation im Vorfeld der Messe war lange unklar. Die Fragen, ob wir einen Stand in geeigneter Größe bekommen können und wie wir als Verein finanziell belastet würden, konnten erst ca. 2 Wochen vor Messebeginn zu unseren Gunsten geklärt werden. Vielen Dank an dieser Stelle an die Messe Köln für die Bereitstellung der Standfläche.

Bedingt dadurch hatten wir extrem wenig Zeit, das ganze Vorhaben zu planen und vorzubereiten. Aber unter Führung von Jürgen Petri und dem Tatendrang manch anderer Mitglieder konnte ein professionell anmutender Messestand mit absolut geringen Mitteln geschaffen werden.
 
Samstag, 29.09.2012
Die Anlieferung der verschiedenen Materialien, Fußboden, Trennwände, Fahnen, Kühlschrank, Kaffeemaschinen und Tassen, Prospektständer, Aufsteller, Stühle, Tische und tausend andere Dinge erfolgten am Samstag. Unter tatkräftiger Mithilfe insbesondere von Pedro, Rainer, Hajo und Klaus konnte der erste Messestand der GWRRA aufgebaut werden. Peter und Jürgen brachten die Gold Wing von Peter und weitere Utensilien aus der Gegend von Mainz und Carroll sein Trike aus Wiesbaden.
 

Sonntag, 30.09.2012

Heute, ich war dann auch mal dabei, wurden die letzten Arbeiten erledigt. Vor Ort wurde entschieden, auf den Einsatz eines Beamers zu verzichten, da der Stand sonst überfüllt gewesen wäre. Statt mit der Leinwand mussten wir jetzt die große weiße Wand des Nachbarstandes anderweitig abdecken. So bin ich dann am Sonntagabend noch schnell in die Eifel zu Richard Lauscher gefahren, um von ihm ein großes Banner mit dem Bild einer Gold Wing abzuholen. Dieses hing schließlich am Montagabend an seinem Platz. Vielen Dank Richard bzw. vielen Dank an die „Gold Wing Riders-Erftkreis“ für die freundliche Überlassung des Banners.
 

Montag, 01.10.2012

Montag war normaler Arbeitstag und deshalb wurden die letzten Verschönerungsarbeiten am Abend durchgeführt und der Stand auf Hochglanz getrimmt. Im Laufe der letzten beiden Tage hatten auch die Gold Wings von Detlev und Hajo sowie das Trike von Rainer den Weg auf unseren schicken Stand gefunden. Die Maschinen wurden abgedeckt und warteten dann auf die ersten Besucher. Der Stand war also rechtzeitig fertig für den ersten Tag der Messe.
 

Dienstag, 02.10.2012

Ich selbst konnte an diesem Tag berufsbedingt nicht zur Messe kommen. Am Dienstag war Presse- und Ausstellertag, somit kein Publikumsverkehr und daher recht unspektakulär. Trotzdem hatten wir schon einige Interessenten am Stand, sowohl was das Thema Gold Wing insgesamt als auch die Mitgliedschaft bei der Gold Wing Road Riders Association betraf. Den Fragen der Standbesucher stellten sich Jürgen, Rainer, Andrea und Klaus.Die spannendste Diskussion an diesem Tage gab es gleich morgens hinsichtlich der Einfahrt auf das Messegelände mit dem PKW zum Ausladen. Man verlangte für die Einfahrt 100,- € Kaution. Begründung: damit man auch schnell wieder rausfährt. Diese Diskussionen mit der Security der Messe hatten wir auch schon in der Aufbauphase.  Irgendwie hat Klaus es aber geschafft, doch reinzukommen und auszuladen. Der erste Posten sagte: „Fahr rein, kein Problem, auch ohne Kaution.“ Und das trotz Ankündigung am Vortag. Der 2. Posten an der Schranke sagte: „Du kommst hier nicht rein.“ Dank des unwiderstehlichen Charmes von Klaus hat er den Wachposten dann doch überreden können, für ca. 20 Minuten auch ohne Kaution reinzufahren und auszuladen. Wäre ganz schön anstrengend geworden, das Mitgebrachte von einem der weit abgelegenen Parkplätze in die Halle zu schleppen.

Jürgen dagegen kam mit der Gold Wing problemlos auf das Gelände und konnte direkt vor unsere Ausstellungshalle fahren und dort auch parken.
Am späten Nachmittag flaute der Besucherstrom in allen Hallen ziemlich ab und wir konnten den Kuchen, den Jürgen schon am Montag Abend in den Kühlschrank gestellt hatte, bei einer Tasse Kaffee genießen.

Mittwoch, 03.10.2012

Heute war der erste Publikumstag. Da dieser Tag als Tag der deutschen Einheit ein Feiertag ist, nutzten viele Leute diese Möglichkeit, die Intermot zu besuchen. Die Messe und auch unser Stand wurden förmlich überschwemmt von der Masse der Besucher. Entsprechend viele Gespräche wurden geführt. Die Stunden vergingen im Flug, es war kurzweilig aber am Ende des Tages waren alle geschafft. Als Standcrew fungierten Jürgen, Werner und Marlies sowie Klaus und Andrea. Es gab kaum Zeit einmal zu verschnaufen und den restlichen Kuchen vom Vortag zu vertilgen. Der Kaffee an allen Tagen war nebenbei eine kleine Spende von Werner und Marlies.
 
Unsere Gold Wings waren allesamt der absolute Blickfang. Das weiße Trike von Carroll und die 1200er mit Anhänger von Detlev standen dabei besonders im Mittelpunkt. Viele Besucher fühlten sich in ihre Jugend zurückversetzt, als die ersten Gold Wings auf den Markt kamen und schon damals Maßstäbe setzten. Für viele waren die Maschinen seinerzeit preislich unerschwinglich. Aber auch heute sind die Preise astronomisch. Leider setzt sich das in den Köpfen der Menschen und möglicher Interessenten fest. Umso größer ist das Erstaunen und umso größer werden die Augen, wenn man im Gespräch nicht so sehr auf die Neumaschinen verweist, sondern den Gebrauchtmaschinenmarkt mit seinen gut erhaltenen Modellen und erschwinglichen Preisen thematisiert.
 
Donnerstag, 04.10.2012
Mein erster Tag auf der Messe. Detlev und Anja sind um 07:30 Uhr bei mir und wir warten auf Jürgen, der dieses Mal nicht mit der Gold Wing sondern mit dem Auto von Hajo kommt und uns mitnimmt. Er kommt etwas später, da es in Köln zwei fast gleichlautende Straßen gibt, die Gronaustraße und die Gronauer Straße. Aber zum Glück bemerkt er rechtzeitig, dass ihn das Navi in die Irre leiten wollte und nach einem klärenden Telefonat ist auch das Navi wieder auf Kurs. Nach der Begrüßung nahm ich hinter dem Fahrersitz Platz. „Verdammt eng!“ dachte ich schon beim Einsteigen. Doch dann hat sich Jürgen wieder auf den Fahrersitz gesetzt. Seither weiß ich, wie sich Sportwagenfahrer fühlen, wenn sie von ihrem Team im Auto festgezurrt werden. Meine Knie waren fest in der Rückenlehne des Daimlers arretiert.
 
Trotz des relativ günstig gelegenen Feiertags am Mittwoch waren heute viele Berufspendler unterwegs und der Stau Richtung Innenstadt war nicht zu vermeiden. So kamen wir mit wenigen Minuten Verspätung in der Messehalle an. Die am Vorabend abgedeckten Gold Wings wurden schnell entblättert. Detlev hat noch schnell den ersten Kaffee gekocht. Irgendjemand warnte uns noch vor dieser Kaffeemaschine. Man musste akribisch darauf achten, nicht zu viel Wasser einzufüllen, da man sonst, wie bereits am Dienstag geschehen, den angrenzenden Stand einer chinesischen Firma „überflutete“. Wir wollten natürlich keine weiteren diplomatischen Verwicklungen provozieren.
 
Und dann ging es auch schon los. Der Besucherandrang war ebenfalls enorm an diesem Tag, wenn auch ein klein wenig schwächer als am Mittwoch und wir führten wieder viele Gespräche mit Besuchern und Interessenten der Szene. Viele verließen an diesem wie auch an den kommenden Tagen den Stand mit den Worten: „Wir sehen uns beim nächsten Stammtisch!“ Dieser war ursprünglich für den Freitag geplant aber auf Grund des Messeauftritts um eine Woche nach hinten verschoben worden. Die Standbesatzung bestand dieses Mal aus Jürgen, Detlev und Anja, Bernd und mir selbst.
Um ca. 15 Uhr gab es eine kleine Delle beim Besucheranstrom in der Halle. Den nutzen wir wieder für das inzwischen obligatorische Kaffeetrinken. Heute hatten Detlev und Anja ein paar Leckereien mitgebracht.

Der erste Tag  für mich war dann schneller vorüber als gedacht und alle waren wieder geschafft, als wir um 18:00 Uhr die Pforten schlossen. Auf der Rückfahrt habe ich mich dann ob der Erfahrungen am Morgen nicht hinter den Fahrer gesetzt. Vom Sitz hinter dem Beifahrer konnte ich meine Ortskenntnisse eigentlich auch ganz gut nach vorne zum Fahrer bringen. Da wir beim Verlassen des Messegeländes nicht nach links abbiegen konnten, betonte ich, dass wir zunächst nach rechts fahren, dann das Fahrzeug um 180 Grad drehen und dafür durch den vor uns liegenden Kreisverkehr fahren müssten. Daraufhin entspann sich eine grandiose Diskussion zwischen allen Mitfahrern, weil wir ja den Kreis um 360 Grad durchfahren mussten, um auf die gegenüberliegende Fahrbahn zu kommen. Hatten wir uns jetzt um 180 oder doch um 360 Grad gedreht ? Oder – relativ gesehen - vielleicht gar nicht, weil wir ja alle noch in der gleichen Fahrrichtung hinter dem Steuer bzw. im Auto saßen und nur das Auto sich gedreht hatte ? War das vielleicht ein Beweis bzw. ein praktischer Anwendungsfall für die Relativitätstheorie? Der Leser mag jetzt etwas irritiert sein. Aber die Mitfahrer könnten sicherlich noch seitenweise Argumente und Gegenargument anbringen. Die Fahrt dauerte nur 20 Minuten und wir haben herzlich gelacht. Und das ist ja die Hauptsache.

Freitag, 05.10.2012
An diesem Tag waren, im Gegensatz zum Vortag, nicht ganz so viele Besucher auf der Messe. Und das obwohl ab 17 Uhr freier Eintritt war und die Messe zwei Stunden länger geöffnet hatte. Wir hatten – wie die meisten anderen Stände - einen relativ ruhigen Tag und auch mal Zeit, selbst ein wenig zu stöbern. Am Stand waren heute Jürgen, Detlev und Anja, Hajo, Carroll und Lucia sowie meine Wenigkeit im Einsatz.
 
Einzige Besonderheit war der Personalwechsel am Abend als Pedro mich um 17:00 Uhr ablösen sollte. Ich musste irgendwie meine Eingangskarte an Pedro übergeben. Da ich am Morgen mit Detlev und Anja zur Messe gefahren war und wir wegen unserer Aussteller-Eintrittskarten nicht durch den normalen Besuchereingang mussten, war unser Weg zum Parkhaus nicht sehr weit. Pedro hatte jedoch keinen Parkausweis für die Aussteller-Parkplätze. Also musste er durch den Besuchereingang. Nichts leichter als das, dachte ich. Ich gehe raus, gebe Pedro meine Einlasskarte und Pedro konnte rein. Anja und Detlev waren natürlich hinter der Schranke geblieben und ich, ich stand jetzt draußen und machte ein dummes Gesicht, war der Weg zum Parkhaus jetzt doch für mich viel weiter, da ich um die gesamte Messehalle herum gehen musste. Aber mein Charme gepaart mit dem guten Willen der Kontrolleurin am Einlass führten dann dazu, dass ich tatsächlich ohne Einlasskarte nochmal rein durfte. Ich hechelte also Anja und Detlev hinterher und wir konnten ohne große Verzögerung am „richtigen“ Ausgang das Messegeländer verlassen und Richtung Heimat düsen.
 
Auf dem Weg zu unserer Verabredung am Abend in Köln kamen Erika und ich auf die Idee, Lucia und Carroll, die im Antonius-Eck ein Zimmer bis Sonntag gebucht hatten, zu fragen, ob wir nicht am Samstagabend zusammen essen wollten. Ein kurzer Anruf und schon war die Sache geritzt. Anja und Detlev, mit denen wir im Anschluss telefonierten, waren ebenfalls sofort dabei.
 

Samstag, 06.10.2012

Vorletzter Tag und der stärkste Besuchertag, noch vor dem gigantischen Ansturm vom Mittwoch einzuordnen. Die Arbeiten zur Vorbereitung des Standes waren inzwischen Routine und gingen viel flüssiger von der Hand. Wir entschieden uns daher, am Sonntag erst um 08:30 Uhr dort zu sein. Neben den vielen Gesprächen, die geführt wurden, konnten wir uns inzwischen auch über die ersten neuen Mitglieder freuen, die noch auf dem Stand ihre Mitgliedsanträge ausgefüllt hatten. Am Stand waren heute Jürgen, Klaus, Detlev und Anja, Joe, Hajo, Carroll und Lucia sowie meine Wenigkeit im Einsatz.
 
Die Idee vom Vorabend mit dem gemeinsamen Essen am Abend führte letztendlich dazu, dass wir insgesamt 13 Zusagen hatten, also fast das gesamte Messeteam anwesend sein konnte. Ein kurzer Anruf im Antonius-Eck und der Termin für 19:30 Uhr war gebucht. Es sollte ein toller und lustiger Abend werden und wir stießen gemeinsam auf die gelungene Messeteilnahme an.
 
Sonntag, 07.10.2012
Letzter Tag. Wie schon am Samstag hatten wir wieder viele Besucher. Es war noch nicht einmal 10:00 Uhr, da durfte Klaus schon das nächste neue Mitglied beim Chapter resp. dem District Germany der GWRRA begrüßen. Außerdem hatten wir noch einen Griechen als Besucher, der sich ebenfalls noch auf dem Stand zu einer Mitgliedschaft in der GWRRA entschlossen hatte. Die Standbesatzung am Sonntag setzte sich wie folgt zusammen: Jürgen, Klaus, Detlev und Anja, Hajo, Carroll und Lucia sowie mir selbst.

Ab 15 Uhr knickte der Besucherstrom deutlich ein. Kurz nach 17:00 Uhr begannen wir wie viele andere Aussteller auch mit dem Abbau des Standes, der für mich aber auch schnell wieder zu Ende war. Detlev musste seine Maschine noch nach Euskirchen bringen und ich sollte ihm mit seinem PKW folgen. Auch Carroll und Lucia fuhren direkt mit dem Trike zu ihrem Trailer und brachten ihr gutes Stück nach Hause.
Das Abbauteam um Klaus, Hajo, Jürgen wurde verstärkt durch Rainer, Peter und Pedro. Peter war im Laufe des Tages mit dem Zug von Mainz gekommen, um sein Ausstellungsfahrzeug abzuholen, dass er die ganze Woche vermisst hatte. Schließlich waren auch ein paar tolle Sonnentage darunter. Gemeinsam waren der Stand, der Fußboden und die vielen Einzelteile relativ schnell abgebaut. Aber erst nach 20 Uhr durften die Transportfahrzeuge auf das Gelände, damit diese beladen werden konnten. So wurde am Ende die Geduld doch noch auf eine harte Probe gestellt bis letzten Endes alles tatsächlich verstaut war. Peter und Jürgen hatten dann mit ihren Gold Wings noch den ganzen Weg nach Mainz vor sich, wo sie aber spät in der Nacht wohlbehalten eintrafen.

 

Fazit:
Nach all den Ungewissheiten im Vorfeld hatten wir doch einen vollen Erfolg mit unserem Messeauftritt. Wir waren mit folgenden Zielen angetreten:
  • das Ansehen der Motorradfahrer und insbesondere der Gold Wing-Fahrer in der Bevölkerung zu mehren
  • den Mythos vom „teuren“ Gold Wing Hobby entgegen zu wirken
  • Mitglieder zu gewinnen

Die Ziele wurden allesamt erreicht. Meiner Meinung sollten wir auch auf der nächsten Intermot auf Basis der in diesem Jahr gemachten Erfahrungen erneut Präsenz zeigen. Es hat sich gelohnt.

Bilder von der Intermot 2012 (Slideshow)